Die digitalen White Sharks des Internets und die Nischenfirmen

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Im Ozean des Internets zeichnen sich die globalen Gewinner immer mehr ab. Keiner würde heute mehr ernsthaft versuchen, Facebook, Google und Apple Konkurrenz zu machen. Sie sind die digitalen White Sharks des Internets, mit gigantischen Aktiva und einem weit diversifizierten Angebot. Suchfunktionen entscheiden über einen Kauf oder Nichtkauf. Zu der Gruppe der Giganten gehören auch Amazon und die Alibaba-Gruppe, allesamt digitale Vorreiter, die den Markt heutzutage dominieren. Sie bauen ihre Angebote weiter aus und verbessern dadurch beständig ihre Marktposition - Märkte, die andere Unternehmen schon alleine vom Volumen her nie werden beherrschen können.

Dominante Unternehmen und die Konkurrenz

Unternehmen wie Uber, Airbnb und Netflix dominieren zwar ihren eigenen Nischenmarkt, besitzen aber kein breit gefächertes Angebot. Sie liegen mit ihrem Marktkapital weit unter 100 Milliarden USD, ganz im Gegensatz zu Apple mit 743 Milliarden und Google mit 574 Milliarden USD. Für den Sprung zum digitalen White Shark würden sie eine breitere Produkt- oder Serviceplatte benötigen, da sie ihren eigenen Nischenmarkt fast komplett dominieren. Das unterscheidet sie vom Rest der Anbieter. Im Ozean des Internets wimmelt es nur so von Unternehmen wie Shazam, Blablacar und Slack, die noch um die Vorherrschaft ihrer Nische kämpfen. Sie können zwar flexibel auf jeden Trend reagieren und ihr Unternehmen schnell darauf ausrichten, laufen jedoch immer Gefahr, übernommen oder von einem Tag auf den nächsten von der Konkurrenz überholt zu werden.

Der Sprung zum White Shark

Während kleinere Firmen erst um die Nischenherrschaft kämpfen, versuchen die größeren ihr Angebot breiter zu fächern, um das benötigte Wachstum zu erreichen. Um die eigene Nische zu dominieren, müssen Unternehmen den Kunden besondere Angebote bieten. So hat beispielsweise die Retro-Nische mit ihren vielen Unternehmen, die ausgewählte Produkte und Leistungen anbieten, einen enormen Aufschwung erlebt. In der iGaming-Industrie hat Betway einen Bereich den Retro-Slots mit Fruchtmaschinen im Vintage-Stil gewidmet. Auch Mode und Design hat schon immer eine starke Tendenz zum Retro-Look gehabt, bei ASOS findet man zum Beispiel diverse Vintage-Kategorien. Andere Unternehmen warten mit Live-Streaming im eSport-Bereich auf. Amazon gab kürzlich bekannt, Fußball-Spiele zu streamen, nachdem das Unternehmen mit der National Football League bereits einen einjährigen Deal zu Streaming-Rechten ausgemacht hatte. Dies kostete Amazon stolze 50 Millionen Dollar. Netflix hat im vergangenen Jahr angekündigt, dass es 4,5 Milliarden Dollar in die Entwicklung von Original-Serien und -Filme mit dem Ziel investiert, etwa 50 Prozent seines Inhalts zu erneuern. Da Netflix seinen finanziellen Schwerpunkt vor allem auf die Erstellung von Originalinhalten setzt und die Rechte an beliebten Serien und Filmen erwirbt, interagieren Konkurrenten wie Hulu und YouTube mit verschiedenen Netzwerken, um eine Live-TV-Streaming-Option für ihre Abonnenten attraktiv zu machen. Hulu startete seinen Live-Streaming-Service für weniger als 40 Millionen Dollar, während YouTube 35 Millionen Dollar bezahlt hat. Das Hulu Streaming-Service soll ungefähr 40 Dollar im Monat kosten. Beide werden Optionen für Abonnenten enthalten, um Live-TV aus einer Vielzahl von Netzwerken zu erhalten, und Amazon plant, in den Live-Sportveranstaltungsmarkt einzusteigen.

Airnb und der Nischenmarkt

2007 gründeten Brian Chesky und Joe Gebbia die bekannte Plattform Airbnb, weil sie sich in San Francisco keine eigene Wohnung leisten konnten. Ihre Strategie, kleinere Unternehmen wie das deutsche Unternehmen Accoleo aufzukaufen und massiv in die Werbung in den sozialen Medien zu investieren, zahlte sich am Ende aus. Ende 2012 konnte Airbnb schon 5 Millionen Nutzern Häuser für kürzere Aufenthalte vermitteln. Als sie dann 2012 das englische Unternehmen Crashpadd einkauften, sicherten sie sich den englischen Markt und damit Europa. Seitdem hat Airbnb einige Firmen geschluckt, um der unangefochtene Marktführer in ihrer Nische zu bleiben. Der private Markt der Ferienvermietungen wurde 2014 zu fast 100% von Airbnb abgedeckt. Als Konsequenz wurde eine Partnerschaft mit Concur eingegangen, um auch Kunden aus diesem Geschäftssektor bedienen zu können. Damit begann die Diversifikation des Angebots, die wohl auch in den nächsten Jahren weiterhin bestehen bleiben wird.

Google und sein Wachstum

Jeder, der im Internet surft, kennt die Suchseite von Google. Das Unternehmen verdient sein Geld allerdings nicht mit den Kunden direkt, sondern hauptsächlich durch Werbung. Mit Google kann man zielgerecht Werbung an seine Kunden schicken. Mit mehr als 91,6% Marktanteilen ist das Unternehmen der eindeutige Marktführer unter den Suchmaschinen. Seit 2011 bietet das Unternehmen aber auch eine Android-Plattform an, über die die meisten Smartphones heutzutage arbeiten. Dazu gehört auch eine Verkaufsplattform, auf der Software für die Handys gekauft werden kann. Google hat in den letzten Jahren zusätzlich auch Milliarden US-Dollar in andere Geschäftsfelder investiert, unter anderem in Nest Labs, Verily Life sciences LLC, Google Fiber und in ein eigenes, selbst-fahrendes-Auto. Auch wenn das Unternehmen heutzutage noch mehr als 90% des Einkommens aus der Werbung bezieht, wächst das Geschäftsfeld täglich. Das Wachstum des Unternehmens bezieht sich dabei größtenteils auf die neuen Geschäftsfelder, da der eigentliche Markt nicht mehr großem Wachstum unterliegt.

Ein Unternehmen sollte sich in erster Linie auf die Beherrschung des Nischenmarktes konzentrieren, aber im geeigneten Moment auch nicht die Diversifikation der eigenen Produkte oder Dienstleistungen außer Acht lassen. Die richtige Mischung aus Beherrschung des Marktes und Investition in neue Geschäftsfelder macht den signifikanten Unterschied zwischen einem kleinen Unternehmen und einem digitalen White Shark aus.
 

Über den Autor

Anika LorenzGeboren in München und ansässig in Manchester, England. Lang-jährige Erfahrung im online und offline Marketing, insbesondere im Bereich E-Commerce. Schloss Ihren Master in Innovation & Digital Business 2012 ab, und ist seit 2015 selbstständig als SEO und E-Commerce Beraterin tätig. 

Externe Referenzquellen:

Pixabay: Weißer Hai
Betway Casino: Vintage Slots
ASOS: Online-Modeshop
Socialmediastatistik: Aufstieg von Airbnb

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