Dank Wechselkurs: Britische Industrie zeigt starkes Wachstum

Dank Wechselkurs: Britische Industrie zeigt starkes Wachstum

Obwohl sich die Briten für den EU-Austritt entschieden haben, konnte sich die britische Industrie - entgegen aller Prognosen - recht gut entwickeln. Der Grund? Das schwache Pfund sorgt dafür, dass die britischen Produkte im Ausland günstiger werden. In weiterer Folge bedeutet das aber höhere Einkaufspreise für Unternehmen. 2017 müssen die Briten daher mit Preiserhöhungen im eigenen Land rechnen.

Die Unternehmen planen bereits Preiserhöhungen

Die britische Industrie verbuchte ein kräftiges Wachstum: Im Dezember kletterte der Markit/CIPS-Einkaufsmanagerindex auf 56,1 Punkte (Vormonat: 53,6 Punkte) - somit erzielte der Index den höchsten Stand seit dem Jahr 2014. Die Reuters Analysten haben jedoch einen Rückgang vorhergesagt - sie gaben an, der Index für auf 53,1 Punkte fallen. Die Unternehmen profitierten vor allem von der hohen Nachfrage aus dem In- und Ausland. Die britische Wirtschaft konnte sich - trotz negativen Prognosen - besser entwickeln, da vor allem die britischen Produkte, aufgrund des Kursverlusts der britischen Währung, im Ausland billiger wurden. Jedoch hat die Währungsschwäche auch Nachteile: Die Kosten für die Unternehmen werden teurer, da sie für Auslandserzeugnisse tiefer in die Tasche greifen müssen. Experten gehen davon aus, dass viele Unternehmen die Preise anheben werden; die Inflation wird - so die Prognose - 2017 in die Höhe getrieben werden.

Kommt es zu einem Freihandelsabkommen 3.0?

Wie nun auch bekannt wurde, verfolgt Theresa May, die britische Premierministerin, noch immer den "harten Brexit". Jedoch sind sich Experten einig: Der "harte Brexit" muss nicht automatisch dazu führen, dass der Außenhandel mit der EU beendet wird. So könnte es zu einem Freihandelsabkommen 3.0 kommen. Natürlich wird das Freihandelsabkommen 3.0 auch davon abhängen, wie weit Großbritannien auf die Europäische Union zugehen wird. Mit unter wäre auch der Zugang zum freien Waren- und Kapitalverkehr denkbar. Das würde jedoch bedeuten, dass die Briten weiterhin die technischen Produktstandards nach den EU-Vorschriften harmonisieren müssten.

Auch Merkel hat sich zu Wort gemeldet

Natürlich müssten die Briten aber die vier Grundfreiheiten des Binnenmarktes akzeptieren; würde May hart bleiben und hier eigene Wege gehen wollen, müsste die Europäische Union reagieren und den Deal ablehnen. Zu den Grundfreiheiten gehört etwa auch die Freizügigkeit der Arbeitnehmer aus den Staaten der Europäischen Union. Eine Freiheit, die Großbritannien zu 100 Prozent einschränken möchte. Während viele EU-Parlamentarier der Meinung sind, über die Grundfreiheiten dürfe gar nicht erst verhandelt werden, gibt es sanftere Töne aus Deutschland. "Wir müssen gemeinsam handeln", so Bundeskanzlerin Angela Merkel. "Der Binnenmarkt gerät natürlich in Gefahr, wenn wir einen vollen Zugang gewähren, jedoch im Vorfeld bestimmte Dinge vereinbart werden, damit am Ende nur die Rosinen herausgepickt werden. Es darf nicht sein, dass sich die unterschiedlichen Länder die Rosinen holen", so die Kanzlerin. "Politik und Wirtschaften müssen hier gemeinsam handeln und agieren".

Die Briten verfolgen 12 Ziele

May möchte aus dem EU-Binnenmarkt und auch aus der Zollunion austreten. Zudem verfolgen die Briten weitere (insgesamt zwölf) Ziele, wobei folgende Aspekte zeigen, dass May tatsächlich einen "knallharten Brexit" möchte: Der Europäische Gerichtshof soll nicht mehr die höchste Instanz sein, die EU-Personenfreizügigkeit soll beendet und die Einwanderung soll wieder kontrolliert werden. Zur Europäischen Union gehören - neben Großbritannien - 27 Länder. Die Staaten sind sich - zumindest bis jetzt - einig, dass die Briten nicht mehr im europäischen Binnenmarkt bleiben können, sofern der Zuzug von Arbeitnehmern aus den EU-Ländern eingeschränkt wird.

Briten erhalten Rückendeckung von Donald Trump

Theresa May will das Austrittsgesuch Großbritanniens noch bis März 2017 einreichen. Liegt das Austrittsgesuch vor, stehen zwei Jahre für Austrittsverhandlungen zur Verfügung. Die Premierministerin hat jedoch prominente Rückendeckung erhalten: Donald Trump, der 45. Präsident der Vereinigten Staaten, unterstützt die Briten beim Austritt und will, sofern es nicht zu einem Freihandelsabkommen 3.0 kommt, einen "fairen Deal" zwischen den USA und Großbritannien vorschlagen.

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

Facebook
Twitter
Xing
Google+
Top