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Sind Ihre Klickraten bei Google schon optimal?

Klickratenoptimierung Teil II:

Werden Sie zum Blick- und Klickfänger bei Google und verbessern Sie so Ihre Rankings!

In der letzten Ausgabe des eStrategy-Magazins haben Sie erfahren, dass Google inzwischen auswertet, wie häufig die einzelnen Suchergebnis-Treffer angeklickt werden und diejenigen Treffer im Ranking belohnt, auf die viele Menschen klicken. Deshalb ist es wichtig, durch gut optimierte Suchergebnis-Treffer aufzufallen und so die Aufmerksamkeit und die Klicks der Suchenden anzuziehen. Es wurden grundlegende Methoden im Bereich dieser sogenannten Snippet-Optimierung erläutert. Wer seine Hausaufgaben in diesem Bereich gemacht hat, kann aber noch mehr Klicks und damit noch bessere Rankings mit den im Folgenden vorgestellten fortgeschrittenen Tricks und Kniffen für sich herausholen.

Snippet-Optimierung soll kein Selbstzweck sein, sondern sich vor allem in höheren Besucherzahlen und natürlich in besseren Suchmaschinen-Rankings bemerkbar machen. Ihr Snippet ist Ihr Teil der Suchergebnis-Seite bei Google und anderen Suchmaschinen. Bei der Snippet-Optimierung geht es in erster Linie um die Erhöhung der Klickrate, also dem prozentualen Anteil der Menschen, die auf Ihr Suchergebnis klicken.

Damit Sie überhaupt feststellen können, bei welchen Seiten die Klickraten aktuell verbesserungswürdig sind und ob sich eine anschließende Snippet-Optimierung gelohnt hat, sollten Sie die CTR (Click Through Rate / Klickrate) der einzelnen Seiten im Auge behalten. Dafür gibt es eine sehr gute Möglichkeit, die Google den Website-Betreibern zur Verfügung stellt.

Google Webmaster Tools

In den Google Webmaster Tools sehen Sie, wie hoch die Klickraten bei Ihren Seiten in den letzten 30 Tagen waren. Das sind sehr spannende Daten, die direkt von Google kommen, denn mit diesen Informationen können Sie Seiten mit niedrigen KIickraten identifizieren und dort gezielt eine Snippet-Optimierung vornehmen. Um herauszufinden, bei welchen Seiten eine Snippet-Optimierung nötig ist, klicken Sie in der linken Navigationsleiste der Webmaster Tools auf „Ihre Website im Web“. Über den Link „Suchanfragen“ gelangen Sie zu einer Auflistung von aktuellen Suchanfragen bei Google, bei denen Ihre Website angezeigt wurde (Abbildung 1). Diese Auflistung ist in der Spalte „CTR“ mit Klickraten angereichert. Sie können nun die einzelnen Spalten durch einen Klick auf die Spaltenüberschrift sortieren und so auf die Suche nach Seiten mit vielen Impressionen und geringen Klickraten gehen, denn hier liegt das meiste Potenzial.

Eine Seite, die bei Google zu einem bestimmten Begriff viele Impressionen hat, also wieder und wieder als Suchergebnis auftaucht, aber gleichzeitig kaum angeklickt wird, muss vielleicht einfach nur etwas im Snippet aufgepeppt werden, um dann auch eine angemessene Anzahl an Klicks abzubekommen. Wenn Sie beispielsweise eine Kategorie-Seite mit Herrensakkos in ihrem Onlineshop haben und nun in den Google Webmaster Tools sehen, dass diese für den Suchbegriff „Herrenanzüge“ im letzten Monat auf einer durchschnittlichen Position von 3 immerhin 5.000 mal angezeigt wurde, aber bei einer CTR von gerade einmal 1% nur magere 50 Klicks erhalten hat, ist das natürlich zu wenig. Hier sollten Sie sich das Snippet etwas genauer ansehen und ggf. optimieren, damit das in Zukunft besser wird. Sie könnten mehr Klicks bei dieser Suchanfrage bekommen und dadurch von Google mit einem besseren Ranking belohnt werden. Ein Anstieg der CTR auf 5%, was bei einem Position-3-Ranking absolut realistisch ist, würde bedeuten, dass Sie satte 250 Klicks für dieses Keyword bekommen würden. In diesem Beispiel würde sich eine Snippet-Optimierung also lohnen.

Die Google Webmaster Tools sind übrigens kostenlos und lassen sich kinderleicht mit Ihrer Website verknüpfen.

Abb. 1: Klickraten-Daten in der Spalte „CTR“ in den Google Webmaster Tools

Was sind eigentlich „normale“ Klickraten?

Wer die Möglichkeit hat, seine Klickraten zu messen, den wird interessieren, ob sich diese im Normalbereich befinden. Welche Seiten haben besonders gute oder schlechte Klickraten? Das ist eine zentrale Frage, denn bei Seiten mit schlechten Klickraten sollte das Snippet optimiert werden. Durch die Seiten mit besonders guten Klickraten kann man Rückschlüsse ziehen, welche Formulierungen und Techniken gut funktionieren und diese bei schwächeren Seiten anwenden. Doch was sind „normale“ Klickraten?

Aktuelle Studien verdeutlichen, welche Position im Suchergebnis im Durchschnitt wie viele Klicks abbekommt. Abbildung 2 zeigt, wie viele Klicks die organischen Suchergebnisse auf der ersten Seite bei Google im Durchschnitt erhalten. Auffällig ist, dass gerade das erste organische Suchergebnis überdurchschnittlich viele Klicks erhält. Aber auch die Positionen zwei bis vier sind noch recht interessant, da hier im Schnitt über fünf Prozent der Suchenden klicken.

Solche Studien können als Orientierungshilfe dienen, wenn es darum geht, die eigenen CTR-Daten aus den Webmaster Tools zu bewerten. Jedoch sind solche verallgemeinerten Studien auch mit Vorsicht zu genießen. Schließlich werden hier die Klickraten von hunderten ganz unterschiedlichen Keywords ausgewertet. Es fließen Keywords mit ein, die eher transaktionsorientiert sind (z. B. „Fernseher kaufen“) aber auch Keywords, die oft einen informationsorientierten Hintergrund haben (z. B. „Griechenland Pleite“). Bei ersteren erscheinen meist recht viele AdWords-Anzeigen mit Kaufangeboten, wodurch die Klickraten auf die organischen Suchergebnisse i. d. R. etwas niedriger ausfallen. Bei informationsorientierten Keywords haben Werbetreibende für gewöhnlich weniger Interesse an Werbung mit AdWords, da die Chance auf Onlineumsatz bei Keywords mit Informationshintergrund generell eher niedriger ist. Beide Arten von Keywords und noch viele weitere fließen jedoch bei derartigen Berechnungen von allgemeinen Klickraten ein. In einem sehr umkämpften Themenbereich muss man sich beispielsweise keine Sorgen machen, wenn die eigene Klickrate auf Position zwei nur bei sechs Prozent liegt und nicht, wie in der Studie, bei zehn Prozent. Schließlich gehen hier viele Klicks auf die AdWords-Anzeigen, die bei informationsorientierten Keywords nicht auftauchen. Eine generelle Orientierungshilfe bieten solche Studien aber dennoch.

dargeAbb.

Fortgeschrittene Methoden der Snippetoptimierung

Wenn Sie nun durch die Google Webmaster Tools in der Lage sind, ihre Klickraten zu messen und zu beurteilen, können Sie weiter an der Verbesserung der CTRs feilen. Dabei können Sie die folgenden fortgeschrittenen Methoden der Snippet-Optimierung anwenden, um für noch mehr Klicks, mehr Traffic und damit für steigende Rankings zu sorgen.

Rich Snippets 
Rich Snippets sind eine recht neue Möglichkeit, die Google-Suchergebnisse mit Erweiterungen durch strukturierte Daten aufzupeppen. Weil die Möglichkeit der Rich Snippets erst seit Mitte 2009 besteht, haben diese immer noch sehr wenige Websites und insbesondere wenige Online-Shops implementiert. Hier hat man also die Möglichkeit, als einer der ersten eine neue SEO-Technik anzuwenden und damit gegenüber den Mitbewerbern einen Wettbewerbsvorteil auszuspielen. Welche Rich Snippets speziell für Onlineshops interessant sind, nämlich die Erweiterung des Suchergebnisses um Bewertungs- und Produktdaten, zeigt Abbildung 3.

Die großen Suchmaschinen haben durch das Anzeigen von Rich Snippets eine geniale Möglichkeit geschaffen, die Website-Betreiber nutzen können, um im Einheitsbrei der Suchergebnisseiten aufzufallen. Der Einsatz von Rich Snippets bringt viele Vorteile:

  • Viel mehr Aufmerksamkeit im Suchergebnis
  • Mehr Klicks
  • Dadurch evtl. bessere Rankings
  • Und das alles bei einer recht einfachen Integration im Seitenquelltext

Alles was Sie tun müssen, um mit Ihrer Website das Anzeigen von Rich Snippets zu ermöglichen ist, den Seitenquelltext mit sogenannten Mikrodaten zu ergänzen. Um eine Produkt-Darstellung wie notebooksbilliger.de in Abbildung 3 ganz oben zu erreichen, sind lediglich einige Code-Schnipsel auf Ihrer Website nötig. Dieser Code wird um die Daten zu den Bewertungen, Preis und Artikelverfügbarkeit im Quelltext platziert. Wie genau der Code dazu aussehen muss, beschreibt Google auf den Hilfeseiten zu den Webmaster Tools.

Für viele Shop- und Contentmanagement-Systeme gibt es schon Plugins, die das Anzeigen von Rich Snippets ermöglichen. Beispielsweise MSemantic für Magento oder GD Star Rating für WordPress. Sie müssen in vielen Fällen das Rad also nicht neu erfinden, sondern können je nach eingesetztem CMS von den Vorteilen der Rich Snippets mit dem Einsatz entsprechender Plugins profitieren.

Bis vor kurzem standen die Chancen auf Rich Snippets jedoch noch recht schlecht, weil Google Seiten mit Rich Snippets manuell freischalten musste. Eine manuelle Freischaltung dauerte sehr lange und war keineswegs garantiert. Inzwischen wurde dieser Prozess automatisiert. Seitdem kann man einen deutlichen Anstieg der Websites mit Rich Snippets in den Suchergebnissen beobachten. Es gibt also keinen Grund mehr mit dem Einsatz von Rich Snippets zu warten.

Abb. 3: Interessante Rich Snippets für Onlineshops – Produkt- und Bewertungsdaten im Google Suchergebnis sind ein echter Hingucker

Video-Vorschaubilder
Wenn Sie auf Ihrer Website Videos anbieten, haben Sie eine wertvolle Möglichkeit, im Suchergebnis aufzufallen und damit mehr Klicks zu erhalten: Video-Vorschaubilder, wie sie in Abbildung 4 dargestellt sind, versprechen deutlich mehr Wahrnehmung durch die Suchenden. Viel mehr auffallen, als mit einem Video-Treffer, können Sie in den Google-Suchergebnissen aktuell kaum. Ein großes Bild mit einem Play-Button direkt neben dem Suchergebnis ist ein sehr starker Blickfang.

Um derartige Suchergebnisse zu bekommen, ist es zwingend erforderlich, dass Sie eine Video-XML-Sitemap haben und diese in den Webmaster Tools an Google übermitteln. Das Erstellen einer solchen Sitemap ist sehr einfach. Alles, was Sie dazu wissen müssen, finden Sie in den Google Richtlinien zur Erstellung einer Video-XML-Sitemap.

Lange Zeit war es dazu noch nötig, dass man seine Videos selbst hostete und nicht etwa YouTube, Vimeo oder andere Video-Hoster dafür nutzte. Inzwischen haben gewiefte Techniker jedoch Möglichkeiten entwickelt, wie man mit wenigen Handgriffen die Voraussetzung für eine Video-Erweiterung seiner Suchergebnisse schafft, ohne die Videos selbst hosten zu müssen. Die Vorteile davon liegen klar auf der Hand: Wer seine Videos selbst hostet, belastet seinen Webserver mit dem Übermitteln von recht großen Datenmengen. Viele Videos auf der Website können zu höheren Hostingkosten führen, wenn der Anbieter nach Traffic abrechnet. Aber auch langsamere Ladezeiten können entstehen, wenn viele Besucher gleichzeitig Videos auf Ihrer Website abspielen und dadurch den Server auslasten. Das Hosting bei YouTube oder einem vergleichbaren Dienst kann damit eine günstige und trotzdem spannende Alternative zum eigenen Hosting sein, die trotzdem die Möglichkeit der Video-Vorschaubilder in den Google-Suchergebnissen bietet. Eine Video-Integration im Suchergebnis bei Google garantiert in vielen Fällen ein deutliches Plus an Klicks und kann sich damit äußerst positiv auf das Ranking der Seite auswirken.

Abb. 4: Video-Vorschaubilder fallen extrem auf – interessante Erweiterung des Suchergebnisses für alle, die Video-Content anbieten können

Breadcrumbs
Breadcrumbs bestehen aus mehreren aneinandergereihten Links und sollen dem Website-Besucher helfen, sich in der Hierarchie der Website zurecht zu finden. Abbildung 5 zeigt eine solche Breadcrumb-Navigation und die entsprechende Darstellung im Google-Suchergebnis. Google zeigt oft derartige Breadcrumb-Navigationen anstatt der URL im Suchergebnis an, wenn diese sich auf der Seite befinden. Dadurch unterscheidet sich das Snippet von den meisten anderen bei Google, was wiederum mehr Aufmerksamkeit bringt. Die Chancen steigen, dass der Suchende schnell erfasst, in welchem Bereich der Website sich das Suchergebnis befindet. Auch die Klickwahrscheinlichkeit steigt damit, da das Suchergebnis natürlich etwas strukturierter und einladender aussieht. Um derartige Breadcrumbs zu erhalten, reicht es meistens aus, dass Sie Ihre Website um eine Breadcrumbs-Navigation ergänzen. Zusätzlich unterstützt Google auch den Einsatz von speziellem Code, der im Stile der Rich Snippets um die Navigationspunkte im Quelltext geschrieben werden kann. Wie das geht, hat Google in der Webmaster Tools Hilfe in einer ausführlichen Beschreibung veröffentlicht.

Abb. 5: Die grüne URL wurde durch eine Breadcrumbs-Liste ersetzt und sieht somit deutlich strukturierter aus

Sitelinks und Mega-Sitelinks
Sitelinks sind für alle interessant, die gerne mehr Platz auf der Google Suchergebnisseite einnehmen möchten, denn sie erweitern das Snippet nach unten um weitere Links. In den Abbildungen 6 und 7 sehen Sie, wie Sitelinks bei Google dargestellt werden. Wer solche Sitelinks oder gar Mega-Sitelinks hat, kann sich über eine deutlich präsentere Darstellung bei Google freuen und damit natürlich über mehr Klicks für seine Website.

Wann man in den Genuss von Sitelinks kommt, ist jedoch nicht ganz klar. Google selbst sagt „wir zeigen Sitelinks lediglich für Suchergebnisse an, wenn wir sie als hilfreich für den Nutzer erachten“. Für gewöhnlich ist das bei den Startseiten der Fall, aber auch bei Unterseiten besteht die Chance auf Sitelinks, wenn die Hauptsite sehr bekannt oder zumindest in Ihrer Nische eine echte Marke ist.

Konkrete ToDos zum Provozieren von Sitelinks liegen damit im Bereich der Online-PR und der Markenbildung. D. h. die eigene Website bekannt zu machen, beispielsweise durch einen professionellen Linkaufbau, Social Media, Bannerkampagnen und Online-Kooperationen. Aber auch die Benutzerfreundlichkeit muss stimmen: die Website soll den Besuchern einen Mehrwert bieten, damit Googles Bedingungen für das Erscheinen der Sitelinks erfüllt sind. Zu guter Letzt muss die Informationsarchitektur der Website sauber und klar strukturiert sein. Es sollte eine gute Navigationsstruktur und eine suchmaschinenfreundliche Crawlbarkeit der einzelnen Seiten gegeben sein.

Wenn dann endlich diese begehrte Suchergebnis-Erweiterung, für Ihre Website ausgespielt wird, tauchen gelegentlich Sitelinks auf, die bei Google nichts verloren haben. Weil Google die Sitelinks automatisch erstellt und sich die anzuzeigenden Links meist aus den Navigationen der Websites holt, sieht man beispielsweise bei Onlineshops manchmal den Warenkorb-Link im Suchergebnis bei den Sitelinks. Der hat dort natürlich nichts zu suchen. Ein Suchender bei Google, der nach einem bestimmten Produkt sucht, wird schließlich nicht gleich im Suchergebnis auf den Warenkorb klicken, sondern sich zuerst den Shop und die darin angebotenen Produkte ansehen wollen. Der irrelevante Warenkorblink blockiert außerdem den Platz für einen besseren Sitelink. Unerwünschte Sitelinks lassen sich in solch einem Fall in den Google Webmaster Tools unter dem Navigationspunkt „Website-Konfiguration > Sitelinks“ blockieren. Derart abgewertete Seiten tauchen dann 90 Tage lang nicht als Sitelink bei Google auf. In dieser Zeit sollten Sie Maßnahmen ergreifen, um ein erneutes Listing als Sitelink zu vermeiden, beispielsweise den Einsatz des Meta-Robots-Tags mit den Attributen „noindex, follow“ auf dieser Seite.

Abb. 6: Einreihige Sitelinks – gibt’s meistens für gute Kategorie- und Übersichts-Seiten
Abb. 7: Mega-Sitelinks kann man sich für seine Startseite verdienen

Aus der Trickkiste: Unicode-Symbole

Sicher haben Sie schon einmal Snippets gesehen, die durch kleine Pfeile, schwarze Sternchen oder Häckchen im Beschreibungstext auffallen. Derartige Sonderzeichen, wie sie auch in den Snippets in Abbildung 8 verwendet werden, können Sie durch den Einsatz von Unicode-Symbolen ins Snippet schreiben. Unicode ist eine digitale Zeichensammlung, die Schriftzeichen aus vielen Sprachen und Symbole enthält.

Der Einsatz von solchen Symbolen sollte jedoch sehr dosiert erfolgen, da die Grenze zwischen seriöser Snippet-Optimierung und manipulativem Spam hier fließend ist. Natürlich kann dadurch mehr Aufmerksamkeit im Suchergebnis erreicht werden, jedoch sollten Sie darauf achten, die Verwendung von Unicode-Symbolen nicht zu übertreiben, da momentan nocht nicht ganz klar ist, in wie weit Google etwas gegen solche Techniken hat. Falls Google einen exzessiven Einsatz solcher Symbole erkennen sollte, kann im schlimmsten Fall mit einer Abstrafung gerechenet werden. Ein bisschen mehr Aufmerksamkeit und kurzzeitig bessere Rankings hätte man sich dann teuer erkauft, wenn durch eine Abstrafung die wertvollen Besucher ausbleiben. Beim Einsatz solcher Unicode-Symbole ist es deshalb empfehlenswert, dies auf wenige Seiten zu beschränken. Beispielsweise auf Seiten, bei denen man schon ein Seite-eins-Ranking hat und noch die letzten CTR-Prozente herauskitzeln möchte. In jedem Fall ist davon abzuraten, diese Zeichen automatisiert auf allen Seiten der Website einzusetzen.

Für den Fall, dass Sie sich für eine vorsichtige Verwendung von Unicode-Symbolen entscheiden, haben Sie damit sicherlich ein gutes Werkzeug zur Snippet-Optimierung an der Hand. Suchergebnisse, die solche Symbole enthalten, fallen definitiv auf und haben gute Chancen angeklickt zu werden und dadurch auch im Ranking zu profitieren. Um diese Zeichen nun in das Snippet bei Google zu bekommen, kopieren Sie lediglich Ihr Wunsch-Symbol in Meta-Description oder Title Ihrer Seite. Nach wenigen Tagen wird Google diese Seite dann wieder crawlen und das Snippet aktualisieren.

Eine umfassende Sammlung mit vielen Unicode-Symbolen kann auf der Website alanwood.net im Bereich „Symbols“ eingesehen werden. Vor dem Einsatz eines speziellen Zeichens sollten Sie jedoch testen, ob die Darstellung in unterschiedlichen Browsern und Betriebssystemen korrekt ist. Gerade unter Windows werden viele Symbole nicht dargestellt und wären dann auch für Windows-Nutzer nicht im Suchergebnis sichtbar.

Abb. 8: Auffallen durch den Einsatz von Unicode-Symbolen

Troubleshooting: Hilfe, mein hinterlegtes Snippet wird nicht angezeigt!

Troubleshooting: Hilfe, mein hinterlegtes Snippet wird nicht angezeigt! Wer sich viel Mühe mit seinen Snippets gibt und sie mit den Techniken optimiert, die hier und in der letzten Ausgabe des eStrategy-Magazins vorgestellt wurden, möchte natürlich, dass die Snippets dann auch wie gewünscht bei Google angezeigt werden. Gelegentlich funktioniert das jedoch nicht, was meistens einen der folgenden Gründe hat:

  • Google erstellt das Snippet manchmal automatisiert aufgrund der Suchanfrage und hält sich absichtlich nicht an den hinterlegten Title und die Wunsch-Description
  • Google generiert das Snippet aufgrund eines Eintrags im Webverzeichnis dmoz

Im ersten Fall sind Ihnen die Hände gebunden. Google erachtet bei bestimmten Suchanfragen die hinterlegten Snippet-Daten für irrelevant und spielt beispielsweise lieber Überschriften der Ziel-Seite als Titel und Text-Ausschnitte aus dem Content-Bereich (und versehentlich auch manchmal Navigations-Texte) als Beschreibungstext aus. Wenn das für ein wichtiges Keyword passiert, können Sie lediglich Title und Description überarbeiten, um durch die Nennung dieses Keywords die Relevanz dafür zu erhöhen. So steigen dann die Chancen, dass Ihr Wunsch-Snippet anstatt der automatisch generierten Variante erscheint.

Es kann jedoch auch sein, dass Google das Snippet aus einem Eintrag für Ihre Website im dmoz generiert. Das dmoz ist ein Webverzeichnis, dessen Einträge früher sehr stark von Google für das Erstellen des eigenen Index berücksichtigt wurden. Um zu verhindern, dass Sie auch heute noch ein dmoz Snippet bei Google haben, ist gerade einmal eine einzige Codezeile im Quelltext Ihrer Website nötig. Im <head> Bereich Ihrer Website sollte dazu folgendes Tag stehen: <meta name="robots" content="noodp" />

Bauen Sie diese Deklaration getrost auf allen Seiten Ihrer Domain ein. So können Sie sicher sein, dass Google & Co. sich für keine Ihrer Seiten Daten aus dmoz für das Generieren des Snippets heranzieht.

Wo anfangen?

Die Snippet-Optimierung ist eine zeitintensive Tätigkeit, die sich langfristig jedoch auszahlt. Geschliffene Formulierungen mit Call-To-Action-Elementen und Alleinstellungsmerkmalen wollen gefunden werden. Dazu sollen noch die richtigen Suchbegriffe im Snippet enthalten sein. Der Quelltext kann um Rich Snippets, Breadcrumbs und Unicode-Symbole erweitert werden. Zusätzlich kann eine Video-XML-Sitemap angelegt werden. Sitelinks können generiert und optimiert werden. Das Umsetzen all dieser Maßnahmen ist die Grundlage für eine deutlich präsentere Google-Platzierung Ihrer Website, aber sehr aufwändig und dauert damit recht lange. Deshalb empfiehlt sich gerade in der Snippet-Optimierung eine Herangehensweise nach der in vielen Bereichen bewährten 80:20-Regel. Mit 20% des Aufwands können Sie in der Snippet-Optimierung 80% des Erfolgs erreichen. Vor dem ersten Handanlegen an Ihrer Website sollten die Seiten mit dem größten Optimierungspotential identifiziert werden. Dabei helfen, wie zu Beginn beschrieben, die Google Webmaster Tools. Den Anfang sollten die grundlegenden Optimierungsmethoden machen, wie sie im letzten eStrategy-Magazin beschrieben sind. Diese gehen i. d. R. noch verhältnismäßig schnell vonstatten. Aufwändiger sind freilich die hier gezeigten Methoden, weil dabei in den meisten Fällen ein programmiertechnischer Eingriff in die Website nötig ist. Machen Sie die Snippet-Optimierung deshalb zu einem kontinuierlichen Prozess. Es muss nichts von heute auf morgen perfekt optimiert sein. Vielmehr ist Ausdauer gefragt, um die Snippets nach und nach auf Vordermann zu bringen und langfristig mit vielen Seiten mehr Klicks zu generieren und damit diesen Rankingfaktor gezielt zu beeinflussen. Werden Sie bei Google zum Blick- und Klickfänger!

Autor

Axel Scheuering belegte mit seinem Team bei der Google Online Marketing Challenge 2009 den 2. Platz unter den Final 15 weltweit und wurde dafür mit dem Marketingpreis Mainfranken ausgezeichnet. Nach dem Studium der Wirtschaftsinformatik mit Schwerpunkt E-Commerce gründete er die eology GmbH. Zusammen mit seinem Team betreut er Kundenwebsites in den Bereichen SEO, PPC, Usability und Social Media.

Telefon: 09381 71778 34
Mail: a.scheuering@eology.de
Website: www.eology.de

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