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Linkaufbau für Online-Shops: 10 Do's und Dont's

© zagandesign - Fotolia.com

Es ist wohl unstrittig, dass externe Verlinkungen für Shopbetreiber nach wie vor wichtig sind, um in Suchmaschinen gute Rankings zu erreichen. Beim Aufbau von Verlinkungen nutzen aber viele Shopbetreiber Taktiken, die langfristig nicht erfolgreich sind bzw. auch schon zu Abstrafungen geführt haben. Zeitgleich gibt es aber auch Taktiken, die von nur wenigen Onlinehändlern genutzt werden. Dieser Artikel zeigt daher zehn Methoden, die derzeit für den Linkaufbau genutzt werden, und gibt konkrete Empfehlungen und Tipps, wie man diese Methoden nutzen sollte.

In der Vergangenheit gab es starke Umwälzungen in den Suchergebnissen – vor allem in Folge des Penguin Updates von Google, das deutlich höhere Anforderungen an die Linkqualität gesetzt und dadurch viele Links entwertet hat. Shopbetreiber, die also zukünftig von weiteren Verschärfungen der Richtlinien oder deren Auslegung durch Google verschont bleiben wollen, sollten ihre Linkaufbau-Methoden überdenken.

Im Folgenden werden zehn unterschiedliche Taktiken aufgezeigt, die von Unternehmen genutzt werden können. Dabei wird allerdings auch jeweils auf die Google-Richtlinien hingewiesen – die klare Demarkationslinie zwischen dem, was erlaubt ist und dem, was zu Abstrafungen und Abwertungen führen kann.

Methode 1: Hersteller/Marken

Nicht alle Verlinkungen sind leider auch für Suchmaschinen erkennbar.

Eine Möglichkeit der Verlinkung, die primär Online-Shops haben, besteht natürlich darin, sich von den Marken verlinken zu lassen, deren Produkte auch im eigenen Shop verkauft werden. Auf vielen Brand-Websites findet sich eine Sektion wie "Händlersuche" oder "Bezugsquellen", in der meistens sowohl stationäre als auch Onlinehändler aufgeführt – und auch verlinkt – werden.

Ein Beispiel dafür ist in Abbildung 1 zu sehen: Die Marke KEEN hat auf ihrer Website www.keenfootwear.com eine eigene Seite für "Online-Einzelhändler". Von dieser aus wird dann auf Shops wie www.unterwegs.biz verlinkt, die Produkte dieser Marke verkaufen.

Dabei sieht man allerdings auch, dass nicht alle Links für Suchmaschinen erkennbar sind. Oftmals wird eine Händlersuche über JavaScript so realisiert. Auch werden ausgehende Links auf die Shops über Redirects implementiert. In beiden Fällen kann es dann durchaus passieren, dass Suchmaschinen diese Links nicht mehr als solche erkennen können – wie eben auch bei KEEN: Dort wird der Link über JavaScript und einen Redirect realisiert, so dass dieser Link wahrscheinlich nicht für Suchmaschinen zählt.

Empfehlungen/Tipps:

  • Auch wenn nicht alle Links von Brand-Websites von Suchmaschinen erkannt werden können, sollten sich Shopbetreiber dennoch um Links von allen relevanten Brands bemühen. Selbst wenn ein Link für Suchmaschinen unsichtbar ist, so kann ein solcher Link ja immer noch zahlende Käufer auf die Website locken.
  • Als Ziel-URL der Verlinkung sollte jeweils eine möglichst passende Seite gewählt werden. Im Beispiel sollte also KEEN nicht einfach nur auf die Startseite www.unterwegs.biz, sondern auf die Markenseite www.unterwegs.biz/keen.html verlinken.

Methode 2: Foren

Es gibt nach wie vor viele Foren, die auch hinsichtlich der Verlinkung gute Vitaldaten aufweisen (also eine gute Sichtbarkeit in Suchmaschinen und eine oftmals hohe Domain-Popularität). Foren-Links können also durchaus nicht nur für Suchmaschinen interessant sein, sondern in vielen Fällen auch direkt relevanten Traffic generieren.

In vielen Fällen wehren sich Forenbetreiber aber mittlerweile sehr erfolgreich gegen Personen, die ein Forum missbrauchen, um dort durch einen einmaligen Post einen Link zu generieren. So sind externe Links oft Nofollow-Links, die für Suchmaschinen dann keinen Wert mehr haben. In einigen Foren darf man z. B. auch erst dann einen Link einbauen, wenn man bereits zehn Beiträge geschrieben hat.

Empfehlungen/Tipps:

  • Bei fast allen Foren-Systemen wird neben einem Beitrag angezeigt, wie viele Beiträge der Nutzer bereits geschrieben hat. Auch wenn es keinen Beweis dafür gibt, dass Suchmaschinen diese Zahlen auslesen und bewerten, kann man sich natürlich schon fragen, wie organisch es aussehen könnte, wenn ein Shop 100 Links aus Foren hat und diese Links alle aus Beiträgen stammen, bei denen es jeweils der erste Beitrag eines Nutzers war. Linkaufbau über Foren sollte also mit aller Vorsicht und einer gesunden Portion Paranoia betrieben werden.
  • Auf gar keinen Fall sollte die Möglichkeit genutzt werden, so genannte Signaturlinks einzubauen, die dann unter einem Beitrag stehen. Auch hier ist zu erwarten, dass Suchmaschinen solche Links sehr einfach automatisiert erkennen und entwerten können.

Methode 3: Gastbeiträge

Das Veröffentlichen von Gastbeiträgen auf anderen Websites ist leider von einigen Website-Betreibern dermaßen übertrieben und automatisiert genutzt worden, dass Google gegen diese Methode aktiv vorgeht. Dabei richtet sich der Kampf Googles vor allem gegen eben solche Unternehmen, die diese Taktik massiv missbrauchen – wie auch Matt Cutts gesagt hat (http://www.mattcutts.com/blog/guest-blogging/):

“So stick a fork in it: guest blogging is done; it’s just gotten too spammy.” Im selben Beitrag meint Matt Cutts aber auch: “There are still many good reasons to do some guest blogging (exposure, branding, increased reach, community, etc.)”

Empfehlungen/Tipps:  

  • Das Veröffentlichen von Gastbeiträgen ist solange unproblematisch, wie es nicht in großem Umfang betrieben wird.
  • Die Beiträge sollten dann auch so aussehen, als seien die Beiträge nicht für SEO-Zwecke generiert worden. Es sollte also ein Gastbeitrag nur einmal veröffentlicht werden. Außerdem sollte auf Shop-Verlinkungen innerhalb des Artikels verzichtet werden.

Methode 4: Advertorials

Viele Medien-Websites haben extrem gute Vitaldaten, so dass diese für eine Verlinkung interessant erscheinen. Dieses Potenzial haben natürlich auch Medien erkannt und bieten die kostenpflichtige – und durchaus teure – Möglichkeit an, so genannte Advertorials zu veröffentlichen. Google selber hat sich sehr klar gegen diese Praxis ausgesprochen (siehe http://googlewebmastercentral.blogspot.de/2013/02/a-reminder-about-selling-links.html):

„Selling links (or entire advertorial pages with embedded links) that pass PageRank violates our quality guidelines, and Google does take action on such violations.”

Empfehlungen/Tipps: 

  • Google ist in der Vergangenheit schon klar gegen Advertorials vorgegangen und es gibt keinen Grund zur Annahme, dass Google hier in Zukunft nachlässiger wird. Wer also sichergehen möchte, sollte grundsätzlich auf Advertorials verzichten und stattdessen darüber nachdenken, welche Inhalte man erstellen kann, um freiwillige Verlinkungen von Medien zu erhalten.

Methode 5: Verbände, Organisation

Viele Unternehmen sind Mitglied in Verbänden oder anderen Organisationen, die in der Regel über Websites verfügen, die sehr gute Vitaldaten aufweisen. Häufig gibt es – vor allem auch für Shopbetreiber – dort attraktive Verlinkungen, um die man sich allerdings proaktiv kümmern muss.

Empfehlungen/Tipps:  

  • Shopbetreiber sollten alle Mitgliedschaften überprüfen: Besteht auf den Websites der Verbände/Organisationen die Möglichkeit einer Verlinkung? Falls ja, sollte man sich auf jeden Fall um einen Link bemühen.
  • Auf vielen Websites solcher Organisationen kann man auch eine eigene Profilseite anlegen. Das sollte auch genutzt werden. Idealerweise kann man dann von dort aus nicht nur auf die Startseite, sondern auch direkt auf relevante Unterseiten verlinken.

Methode 6: (Fach-)Medien

Wie schon eben unter Punkt 4 angedeutet wurde, sind Websites von Medien durchaus interessant. Und auch wenn es attraktiv erscheint, hier eine Abkürzung über Advertorials zu nehmen, sollten Shopbetreiber den Weg suchen, über echte redaktionelle Erwähnungen Links aufzubauen. Es gibt viele gute Beispiele, in denen das Online-Shops gelungen ist. Ein konkretes Beispiel: Die Websitewww.kiveda.de (Online-Shop für Küchen) hat viele gute Links von Publikationen erhalten, z. B. 

Empfehlungen/Tipps:

  • Auch wenn es etwas "oldschool" erscheint, ist PR noch lange nicht tot oder irrelevant. Shopbetreiber sollten für sie relevante Publikationen identifizieren und diese regelmäßig mit interessanten Neuigkeiten versorgen.

Methode 7: Lokaler Linkaufbau

Viele Shopbetreiber verfügen ja auch noch über ein stationäres Geschäft – weil dort ihre Wurzeln liegen oder weil sie von einigen Herstellern sonst überhaupt nicht mit Ware versorgt würden. Auch im lokalen Umfeld können durchaus relevante Links aufgebaut werden, z. B. über lokale Blogs, Verzeichnisse, Organisationen oder die Wirtschaftsförderung.

Empfehlungen/Tipps: 

  • Wer über mindestens ein stationäres Geschäft verfügt, sollte zunächst damit beginnen, sich für alle Standorte lokale Wettbewerber herauszusuchen und deren Verlinkungen zu analysieren. Über welche lokalen Verlinkungen verfügen diese Wettbewerber? Kann man diese Verlinkungen nachbauen oder – noch besser – evtl. sogar ausweiten? Wenn man also z. B. erkennt, dass ein lokaler Reitverein auf einen Reit-Shop verlinkt, sollte man danach alle lokalen Reitvereine identifizieren und sich dort um eine Verlinkung bemühen.

Methode 8: Referenzen

Viele Shops erhalten zum Teil gute Verlinkungen, weil Dienstleister auf den Shop verlinken, die bei der Erstellung des Shops mitgewirkt haben. Das können Webdesign- oder E-Commerce-Agenturen sein, aber auch E-Commerce-Plattformen verlinken bisweilen auf attraktive Shops – wie man im Falle von Shopware in Abbildung 2 sehen kann.

Empfehlungen/Tipps: 

  • Shopbetreiber sollten alle Dienstleister überprüfen: Kann ich dort einen attraktiven Link erhalten? Idealerweise erhält man dort auch eine eigene Profilseite, die man dort mit viel relevantem Text ausstatten lassen sollte.
Shopware.de bietet auch Referenz-Links für attraktive Shops an.

Methode 9: (Test-)Blogs

Blogs sind insgesamt oft eine gute Quelle von Verlinkungen. Insgesamt muss man dort allerdings etwas vorsichtig sein, wenn es um Test-Blogs geht. Auch hierzu äußert sich Google in seinen Richtlinien mehr als eindeutig:

"Dazu gehören der Austausch von Geld für Links oder Posts, die Links enthalten, sowie der Austausch von Waren oder Dienstleistungen für Links. Darüber hinaus zählt dazu auch das Senden “kostenloser” Produkte, wenn Nutzer im Gegenzug etwas darüber schreiben und einen Link einfügen."

Es kann also durchaus zu einer Abstrafung führen, wenn man einem Testblog Produkte zum Testen zur Verfügung stellt und dann ein Blog-Beitrag mit einer Verlinkung erscheint.

Empfehlungen/Tipps:  

  • Um auf der absolut sicheren Seite zu sein, sollten Shopbetreiber auf Verlinkungen von Blogs verzichten, die primär Produkte zu Test anbieten. Stattdessen sollte man eher auf Blogs ausweichen, auf denen Wörter wie "Testblog" gar nicht zu finden sind.
  • Wenn man schon einem Blog ein kostenloses Produkt zur Verfügung stellt, um dort einen Blog-Beitrag zu erhalten, sollte man den Blog-Betreiber darauf hinweisen, dass dort nicht explizit erwähnt wird, dass das Produkt auch kostenlos zur Verfügung gestellt wurde.

Methode 10: Kunden zum Linkaufbau nutzen

Es gibt vor allem ein Potenzial, das nur von sehr wenigen Shopbetreibern genutzt wird: Die eigenen Kunden zum Linkaufbau zu nutzen. Ein Beispiel für eine solche Taktik sieht man in Abbildung 3. Wer in diesem Shop etwas kauft, hat bei der Bezahlung eine neue Option: Er kann einen Blog-Beitrag über den Shop schreiben und erhält dann das Produkt umsonst. Das ist so natürlich ein klarer Verstoß gegen Google-Richtlinien, aber die Richtung, in die diese Aktion geht, stimmt. Wer in der Lage ist, zufriedene Stammkunden zu identifizieren und dann auch noch deren Websites zu erkennen und bewerten, kann dort oftmals sehr spannende Potenziale finden.

Empfehlungen/Tipps

  • Kunden können zum Linkaufbau genutzt werden – auch wenn das nicht so offensichtlich wie in Abbildung 3 erfolgen sollte, um nicht gegen Richtlinien zu verstoßen. Shopbetreiber sollten sich aber ihre Kundendaten anschauen, um dann herauszufinden, wie sie daraus Websites extrahieren können. Und dann geht es natürlich um die Frage: Was kann man seinen Stammkunden anbieten, damit diese auch verlinken?
Die bestellten Produkte gibt es kostenlos, wenn man darüber bloggt.

Fazit

Es gibt natürlich noch mehr Methoden für Shopbetreiber, um Verlinkungen für den eigenen Shop aufzubauen, aber dieser Artikel hat die wohl wichtigsten zehn Methoden aufgezeigt, die derzeit in der Praxis zum Einsatz kommen. Dabei ist es immens wichtig, die jeweils geltenden Google-Richtlinien zu kennen, um auch gezielt Links aufzubauen, die auch langfristig funktionieren.

Autor

Markus Hövener ist geschäftsführender Gesellschafter und Head of SEO der SEO-/SEM-Agentur Bloofusion. Darüber hinaus bloggt er zu SEO-Themen für die Internetkapitäne, ist Chefredakteur vom SEO-/SEM-Magazin suchradar, hält Vorträge auf Konferenzen (SMX, Conversion Conference, SEOkomm, Search Conference, …) und ist Autor vieler Studien und Analysen.

www.bloofusion.de
markus.hoevener@bloofusion.de
twitter.com/bloonatic

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