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Blog-Strategien für Shopbetreiber: Mit den richtigen Inhalten Umsatz und SEO-Signale generieren

Der Mythos "Blog" geistert immer mal wieder durch die Shopbetreiberszene. Mit einem Blog schafft man es sicherlich, in den Suchergebnissen schneller und besser nach oben zu kommen – so die landläufige Meinung. Wie dieser Artikel zeigt, ist das nicht unbedingt der Fall. Nicht einmal die großen und bekannten Shops schaffen es z. B. mit ihren Beiträgen, relevant viele Verlinkungen aufzubauen. Hat man da als "kleiner" Shop überhaupt eine Chance? Lohnt sich die ganze Mühe?

Für einen Blog kann es aus SEO-Sicht primär zwei Gründe geben:

  • Der Blog kann genutzt werden, um dort mit Beiträgen Suchbegriffe abzudecken, die man im Shop selber nicht abdecken kann.
  • Mit dem Blog können auch externe Verlinkungen aufgebaut werden.


Das sind wie gesagt die wichtigsten Gründe, aber es kann natürlich noch deutlich mehr geben. So kann man über ein Blog neben Verlinkungen auch wichtige soziale Signale aufbauen. Darüber hinaus können Blogs auch anderen Zielen dienen, die dann eher indirekt auf den SEO-Kanal einzahlen. So ist es für Suchmaschinen immer wichtiger, dass ein Shop auch eine Marke ist. Und mit relevanten, attraktiven Blog-Inhalten kann man langfristig dabei helfen, sich zu positionieren und so eine Marke aufzubauen. In diesem Artikel soll es aber der Einfachheit halber um die beiden oben genannten wichtigsten Gründe gehen.

Inhalte abdecken

Ein Shop kann Suchbegriffe durch seine typischen Strukturen abdecken: Rubrikenseiten können auf generische Suchbegriffe optimiert werden, während die Produktseiten auf spezielle Produktsuchbegriffe abzielen können. Es gibt aber oftmals noch deutlich mehr Suchbegriffe – und da kann dann eben ein Blog ins Spiel kommen.

Wer z. B. Laufschuhe verkauft, wird schnell feststellen, dass gerade Laufanfänger – die dann ja auch Laufschuhe benötigen – auf der Suche nach Informationen zum Laufen sind. Zur Recherche kann man den Google AdWords Keyword Planner nutzen (siehe Abbildung 1), der viele relevante Suchbegriffe liefern kann und dazu jeweils auch noch das monatliche Suchvolumen anzeigt. Zusätzlich dazu sind auch keywordtool.io und ubersuggest.org zu empfehlen, um für einen bestimmten Suchbegriff möglichst viele relevanten Suchkombinationen zu erhalten.

Der Google AdWords Keyword Planner liefert viele gute Vorschläge für Blog-Beiträge

Die Arbeit beginnt damit aber natürlich erst. Wer relevante Suchbegriffe identifiziert hat, muss für diese dann auch gute Inhalte liefern. Zwar gibt es durchaus Dienstleister wie Content.de, die über eine große Fülle an Autoren verfügen, an die man Textaufträge effizient abgeben kann. Dabei muss man aber beachten, dass viele Autoren nicht über den Wissensstand des Auftraggebers und dessen zum Teil jahrelange eigene Erfahrung verfügen.

Wer mit seinen Texten also nicht nur Rankings erzielen möchte, sondern auch hohe Ansprüche an die Texte hat, sollte hier selber zur Feder greifen. Insbesondere dann, wenn man mit den Texten auch das Ziel "Markenaufbau" verfolgt, ist es ohnehin besser, diese selber zu verfassen.

In jedem Fall sollte auch beachtet werden, dass es oftmals besser ist, einen herausragenden Text zu erstellen, als zehn mittelmäßige kurze Texte zu verfassen. Die Ansprüche von Suchmaschinen (Stichwort: Panda-Update) an Texte haben sich nämlich in den letzten Jahren immer weiter nach oben geschraubt – und die der Nutzer auch.

Links

Wer einen Blog betreibt, um zusätzlich auch Links aufzubauen, wird vielleicht durch Abbildung 2 etwas enttäuscht. Für diese Auswertung wurden die Blogs von unterschiedlichen Shops ausgewertet. Dabei wurde jeweils geprüft, wie viele Beiträge es in den jeweiligen Blogs gab und wie viele dieser Posts jeweils einen Link erhalten haben.

Wie viele Blog-Posts im jeweiligen Shop-Blog haben auch mind. einen Link?

Und wie man sieht: Die meisten Shop-Blogs überschreiten die 10-Prozent-Marke nicht. Das heißt, wer 10 Beiträge in seinem Blog schreibt, erreicht vielleicht gerade einmal eine einzige Verlinkung – und das bei zum Teil durchaus größeren und finanzstarken Shops. Das muss natürlich nicht unbedingt schlecht sein, denn die Blog-Beiträge dieser Shops sind ja nicht unbedingt mit dem Ziel geschrieben worden, Links zu generieren. Dennoch zeigt es sehr anschaulich, dass auch ein guter Blog nicht unbedingt ein "Link-Magnet" ist. Wenn man nun als Shopbetreiber in seinem Blog einfach drauflos schreibt, sollte deswegen klar sein, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit nur eine sehr geringe Anzahl an Verlinkungen aufgebaut wird. Offensichtlich muss man hier also gezielter vorgehen. Nachfolgend wird gezeigt, welche Beitragsarten in den jeweiligen Shop-Blogs relevant viele Verlinkungen generieren konnten. Dazu ist jeweils auch ein konkretes Beispiel eines Blog-Posts angegeben.

Es zeigt sich bei der tieferen Link-Analyse oft, dass viele Verlinkungen von anderen Blogs stammen. So gibt es z. B. Blog-Paraden, bei denen ein Blogger andere Blogger aufruft, zu einem Thema etwas zu schreiben. Oftmals wird dann dabei auch der Blogbeitrag verlinkt, der den Aufruf enthält. Das klingt zunächst sehr attraktiv, hat aber einen kleinen Nachteil: Blogger gibt es nicht für alle Themengebiete. Wie man auch in Abbildung 2 sieht, haben z. B. Conrad und Notebooksbilliger sehr gute Werte, was natürlich vor allem daran liegt, dass viele "Techies" ebenfalls Blogs betreiben. Der Beck Shop, der primär juristischen Fachbedarf liefert, sollte dagegen schon Schwierigkeiten haben, eine halbwegs interessante Anzahl an Blogs um sich zu scharen. Bei allen Themen muss man sich also zunächst fragen: Wer könnte überhaupt darauf reagieren? Gibt es auf der "Gegenseite" genügend Websites, die das interessant finden, was man selber schreibt? Wenn man diese Frage mit "Ja" beantwortet, muss es einem dann auch gelingen, mit einem Beitrag das Interesse des Gegenübers zu erreichen. Dabei hilft es natürlich immens, wenn man diese klar auffordert oder eben solche Inhalte schafft, die der Gegenseite eine Erwähnung oder Diskussion wert sind. Wenn man die Frage verneint, muss man sich vielleicht thematisch breiter aufstellen.

Lieben Suchmaschinen Blogs?

Unter Shopbetreibern kursiert oft noch die Annahme bzw. das Gerücht, dass ein Blog insgesamt hilft und dass Inhalte in einem Blog ohnehin gute Rankings erzielen – weil Suchmaschinen eben Blogs lieben. Es gibt leider keinerlei Unterstützung für solche Thesen. Einfach nur einen Blog zu haben und dieses regelmäßig mit Inhalten zu füllen, hilft grundsätzlich erst mal gar nicht. Es geht eben – siehe oben – darum, die richtigen Inhalte zu haben.

Und es sollte natürlich auch beachtet werden, dass gewisse Grundkenntnisse beim suchmaschinengerechten Schreiben durchaus hilfreich sind. So ist es nach wie vor wichtig, dass die richtigen Suchbegriffe z. B. in der Hauptüberschrift vorkommen, damit sie dann z. B. auch im Seitentitel und in der URL vorkommen. Es gibt aber auch einige hilfreiche Plugins wie wpSEO, die dann dabei helfen können, einzelne Elemente eines Blogbeitrags (wie die Meta Description) zu beeinflussen, was mit der Standardinstallation von WordPress so nicht möglich ist.

Fazit

Einfach nur einen Blog aufmachen und schreiben reicht nicht. Man kann einen Blog hervorragend nutzen, um wichtige Suchbegriffe abzudecken oder um Verlinkungen aufzubauen. Dabei muss man aber sehr planvoll vorgehen, um auch die gewünschten Effekte halbwegs zielsicher zu erreichen und nicht nur Zeit zu verschwenden.

Autor

Markus Hövener ist geschäftsführender Gesellschafter und Head of SEO der SEO-/SEM-Agentur Bloofusion. Darüber hinaus bloggt er zu SEO-Themen für die Internetkapitäne, ist Chefredakteur vom SEO-/SEM-Magazin suchradar, hält Vorträge auf Konferenzen (SMX, Conversion Conference, SEOkomm, Search Conference, …) und ist Autor vieler Studien und Analysen.

www.bloofusion.de
markus.hoevener@bloofusion.de

twitter.com/bloonatic

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