Donnerstag, 15. Dezember 2011

Mobile Coupons auf dem Vormarsch

Stolperfallen & Tipps rund um die Auswahl einer Warenwirtschaftssoftware

Mobile Advertising, also speziell für mobile Endgeräte optimierte Werbung, wird in den kommenden Jahren zu einem wichtigen Werbemedium und fester Bestandteil des Marketing-Mix werden. Für das Jahr 2011 prognostiziert der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) eine Steigerung der Brutto-Ausgaben für mobile Werbung von 20 Mio. im Vorjahr auf 40 Mio. Euro. Gefördert wird diese Entwicklung durch die enorme Verbreitung von Smartphones mit zweistelligen Wachstumsraten in Absatz und Umsatz. Aktuell ist nach Berechnungen von comScore jedes vierte Handy in Deutschland ein Smartphone. Herstellern und Händlern bietet sich dadurch die Möglichkeit, Konsumenten gezielt über ihr Mobiltelefon anzusprechen und sie überall und jederzeit, personalisiert und interaktiv zu erreichen.

Mobile Coupons unter der Lupe

Da die Zeitreihenstudie „ Mobile-Advertising am Point-of-Sale“ des E-Commerce-Center Handel gezeigt hat, dass Coupons derzeit die beliebteste Form mobiler Werbung sind, wurden diese in der Folgestudie „Mobile Couponing 2011“ genauer untersucht. In Zusammenarbeit mit GS1 Germany wurden Daten über die Verbreitung, Nutzung und Wirkung von mobilen Coupons erhoben, sowie die zentralen Vorteile und Risiken von Coupon-Apps identifiziert. Mithilfe von Coupon-Applikationen können mobile Coupons von Konsumenten schnell und einfach ausgewählt und eingelöst sowie von Unternehmen leicht eingestellt werden. Aktuell gibt es bereits eine Reihe von Unternehmen in Deutschland, die Coupon-Apps anbieten, wie beispielsweise Groupon, DailyDeal, Coupies, MyMobai oder Gettings. Aus den Ergebnissen der Studie lassen sich fundierte Empfehlungen für Hersteller, Händler und weitere Beteiligte ableiten.

Print-Coupon noch Spitzenreiter

Für die Studie wurden im September 2011 1.091 Konsumenten befragt. Die Stichprobenzusammensetzung entspricht dabei den Internetnutzern in Deutschland. Knapp die Hälfte der Teilnehmer besitzt zum Zeitpunkt der Befragung ein Smartphone und weitere 15% beabsichtigen innerhalb des nächsten Jahres eins zu erwerben. Über zwei Drittel von ihnen haben bereits Coupons verwendet (Abbildung 1).

Abb. 1: Verwendung von Coupons, Basis: N=1.091

Mit 87% ist dabei der Print-Coupon der am häufigsten benutzte Coupon, gefolgt vom elektronischen Coupon mit 71%. Das Schlusslicht bildet, nicht zuletzt wegen seiner Neuheit, der mobile Coupon, den 14% der Coupon-Nutzer und somit 10% der gesamten Stichprobe bereits mindestens einmal verwendet haben (Abbildung 2).

Wie mobile Coupons das Kaufverhalten beeinflussen

Auch wenn mobile Coupons noch nicht sehr weit verbreitet sind, verdeutlichen die Ergebnisse der Befragung das Potenzial mobiler Coupons.

Abb. 2: Art der verwendeten Coupons, Basis: N= 783 (Befragte, die schon einmal Coupons verwendet haben)

Von den Nutzern mobiler Coupons bewerten 85% ihre Erfahrungen als „positiv“ oder sogar „sehr positiv“.Lediglich zwei Prozent machten „negative“ oder „sehr negative“ Erfahrungen (Abbildung 3).

Abb. 3: Erfahrungen mit mobilen Coupons, Basis: N=133 (Befragte, die schon einmal mobile Coupons verwendet haben)

Vielversprechend ist auch der Einfluss der mobilen Coupons auf das Kaufverhalten der Konsumenten. So geben 66% an, durch mobile Coupons bereits auf neue Geschäfte, Produkte, Dienstleistungen oder Restaurants aufmerksam geworden zu sein. Vor allem umsatztreibende Wieder- und Zusatzkäufe können über mobile Coupons ausgelöst werden. Die Zahlen zeigen, dass 75% der Befragten nach der Einlösung eines Coupons Wiederkäufe getätigt haben. 73% kauften Produkte, deren Kauf vorher nicht geplant war und 63% tätigten bei der Einlösung Zusatzkäufe. Rund 62% der befragten Konsumenten bevorzugen das Scannen des Barcodes vom Handydisplay als Einlösemethode an der Kasse. Nur 13% würden einen mobilen Coupon gerne mithilfe der Zukunftstechnologie NFC (Near Field Communication) einlösen.

Coupon-Apps nicht für jedermann

 Aktuell am bekanntesten sind mit 70% mobile Coupons über QR-Codes und Strich- oder Zahlencodes in Coupon-Apps (66%), die per SMS oder MMS empfangen werden. Genutzt werden Coupon-Apps bereits von 10% der Befragten und weitere 27% können als potenzielle Nutzer von Coupon-Apps betrachtet werden, da sie der Aussage „Ich werde eine Coupon-App sicherlich benutzen“ zustimmen. 36% der Teilnehmer lehnen Coupon-Apps jedoch eher ab. Die potenziellen Nutzer sehen in Coupons-Apps eine Reihe von Vorteilen – unter anderem natürlich finanzielle Vorteile, aber auch die Möglichkeit neue Produkte und Geschäfte zu entdecken. Die Verwendung von Coupon-Apps ist für sie jedoch mit Risiken behaftet – vor allem aus dem Bereich Datensicherheit. Die soziodemografische Analyse der Nutzergruppen zeigt, dass die aktuellen Nutzer von Coupon-Apps, also die so genannten „Early Adopter“ jünger sind, als der Rest der Stichprobe, häufig ein höheres Haushalts-Netto-Einkommen haben und männlich sind.

Die detaillierten Ergebnisse der Erhebung finden Sie in der Studie „Mobile Couponing 2011 – Studie zum Einsatz und Potenzial mobiler Coupons und Coupon-Apps in Zusammenarbeit mit GS1 Germany“. Die Studie ist zum Preis von 199 € im Shop des ECC Handel http://www.ecc-handel.de/mobile_couponing_2011_-_studie_zum_einsatz_und.php erhältlich.

Autoren

Aline Eckstein und Judith Halbach, IfH Institut für Handelsforschung GmbH

© 2012 eSTRATEGY-Magazin
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